· 

Als ich noch Prinzessin war

Als Kind war ich immer Prinzessin! Ich brauchte nur meine Barbie heraus holen. natürlich hatte ich lange, blonde und lockige Haare. Und natürlich die schönsten Kleider. Der Preis spielte keine Rolle, denn ich habe sie selbst genäht. Es war der Fetzen Look. Ich habe es geliebt, Stoff zusammen zu nähen, irgendwie, es musste nur über den Kopf meiner Barbie passen. Meine Großtante war Schneiderin und hat uns auch ausgestattet. Von ihr bekam meine Prinzessin ein Dirndl. Auch lebte sie in einem Haus mit zwei Zimmern und weißen Plastikmöbeln. Mein Papa hatte das gebaut und uns, das heißt mir und meiner Schwester zu Weihnachten geschenkt. Wenn ich mit meiner Schwester gespielt habe, haben wir uns abgewechselt. Entweder war sie die Kaiserin und ich Prinzessin oder umgekehrt. Wir hatten auch jeweils einen Mann, so dass wir uns den Ken nicht teilen mussten. Das hätte nur wieder Streit gegeben. Ken ging nur mit der Prinzessin spazieren, und hatte nur eine Hose und einen Pulli. Sonst war er eher langweilig, und arbeitslos in seiner Aufgabe als Prinzgemahl. Er repräsentierte eben. meistens kreierte ich wieder ein neues Fetzenkleid für Prinzessin oder machte ihr Frisuren, was dazu führte, dass sie immer weniger Haare auf dem Kopf hatte und irgendwann wurde sie eben ausgetauscht gegen eine neue mit viel blondem Haar. Ich erfand auch einen weißen Hengst für meine Prinzessin.

Heute erinnere ich mich an die Kindheit und danke meiner Großtante, in deren Stube ich meine Fetzenkleider genäht habe. Es war auf einer alten Pfaff-Tretnähmaschine. Ich lernte im Rhythmus zu treten und dabei zu nähen. In ihrer Stube zwischen Stoffen, Maßband, Scheren und Nadeln, zwischen Diwan, Nähmaschine Tisch und Holzofen war ich zu Hause.

Als Künstlerin habe ich über die " Prinzessinnen" nachsinniert. Da fällt mir zum Beispiel Marylin Monroe ein, oder Prinzessin Diana, Oder Jackie Kennedy. Berühmt sind die Szenen nach der Ermordung ihres Mannes: Die Witwe des Präsidenten mit rosa Pillbox-Hut und blutbespritztem Kostüm auf dem Heck eines schicken Cabrios, der das weiße Pferd ersetzte - die Bilder gingen um die Welt. 

Wie sieht die "wahre" Prinzessin in uns aus? Die, die ihre Kreativität, ihre Kraft, ihre Lebensfreude leben kann? Was braucht es, um "sich selbst zu sein"? Wer bin ich wirklich fragen wir Frauen - und auch ich - uns oft!

 

Tage der offenen Ateliers vom 24. - 25. Oktober

Edel-Weiß Ausstellung im Felixe Mina's Haus in Tannheim 

https://youtu.be/z-zU0JTLKME